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„Es gibt keinen einheitlichen Sound oder Stil für diese Band.“


Holygrams Album Modern Cults ist genau der Post-Punk-Hammer, auf den man gehofft hat: Die shoegazigen und psychedelischen Wurzeln kreuzen sich mit brachialen Rhythmen und eingängigen Melodien. Kaum jemand kam in den letzten zwei Jahren live an den fünf Kölnern vorbei. Wir sprachen mit Sänger Patrick über US-Ambitionen, die deprimierenden Seiten seiner närrischen Heimatstadt und die Poppigkeit einer Band, die selbst keinen einheitlichen Stil kennt.

Vom hämmernden Brett bis zum strahlenden Popsong


Ihr seid gerade mit VNV Nation, den Elektronik-Partykönigen, unterwegs – erst in Europa, jetzt in den USA. Ist das nicht ein Kontrast wie Feuer und Wasser?
Wir haben die Leute erst mal ein bisschen geschockt, denn sicherlich haben sie von VNV-Nation erwartet, dass Ronan Harris einen Act mitbringt, der in dieselbe Kerbe schlägt. Aber es hat mit Ronan gut geklappt, wir haben ihn beim OMD-Support letztes Jahr kennengelernt. Ich bin überrascht gewesen, dass er auch so ein breites Wissen hat und interessiert ist an so vielen unterschiedlichen Dingen – weil das auch im Gegensatz zu seiner eigenen Musik steht, die eher in engen Bahnen funktioniert.

Nach eurem Release-Konzert in Köln hattet ihr noch eins im Viper Room in Hollywood gespielt. Habt Ihr US-Ambitionen?
Ach, unser Album kommt in den USA auf Cleopatra Records raus – und die haben ihr Büro schräg gegenüber vom Viper Room. Eine kultige Nummer. Das ist schon die ganze Geschichte, abgesehen davon, dass wir bis Mitte Dezember mit VNV Nation quer durch die USA touren werden.

„Wir haben keine Scheu davor, ein bisschen härter und noisiger zu sein.“


Zwei Jahre hat es gedauert von der EP bis zum Debütalbum Modern Cults. Wie habt ihr euch weiterentwickelt?
Wir haben festgestellt: Es gibt keinen einheitlichen Sound oder Stil für diese Band. Wir werden niemals Songs schreiben, die absolut genauso klingen wie irgendein anderer Song von uns. Das ist meine Motivation. Die Platte zeigt mit Nummern wie She’s Like The Sun, dass da immer noch mal was anderes möglich ist. Man kann einen poppigen Song nehmen wie Signals und ihn vergleichen mit so einem Brett wie Distant Lights oder Modern Cults. Wir haben keine Scheu davor, ein bisschen härter und noisiger zu sein, aber gleichzeitig schreiben wir auch gern mal einen Mitsing-Refrain, der hängen bleibt. Wir haben neulich erst den Satz gehört: Ihr schreibt eigentlich Popsongs!

Aber ihr seid noch ein Stückchen entfernt von den Black Eyed Peas und Ed Sheeran, oder?
Es ist kein Schimpfwort, zu sagen: Wir machen Pop. Das ist kein Britney-Spears-Pop, sondern wir machen düstere, traurige, zumindest gebrochene Popsongs.


Köln gilt als frohsinnige Narren- und Gay-Stadt. Ihr zeichnet eher das Bild einer düsteren Metropolis.
Über dem ganzen Album steht, wie schon bei der EP, der Begriff der Großstadt. Was passiert mit den Menschen, wenn sie in eine Stadt kommen, die sie nicht kennen? Ich komme in diesen absoluten Lärm, diese Kälte, dann erschlägt mich das erst mal. Das ist dieser Schlag ins Gesicht, den auch Modern Cults symbolisieren sollte.

„Die Idee zu Modern Cults hatte ich, als ich auf einer Art Techno-Party war.“


Hast du selbst moderne Kulte für dich entdeckt?
Ich habe mich gefragt: Wie finden sich Menschen eigentlich zurecht? Der Gedanke hinter Modern Cults ist auch, sich Fixpunkte im Leben zu suchen, Kulte. Das hat sicherlich einen religiösen Touch, aber das kann auch eine musikalische Bewegung sein. Die Idee zu Modern Cults hatte ich, als ich mal auf einer Art Techno-Party war. Alle Leute haben zum DJ hin getanzt, als ob man in der Kirche auf den Bänken säße und vorne der Priester stände und die Predigt hielte. Ähnlich hat es sich mit dem DJ verhalten, der da vorne sozusagen seine Predigt gehalten hat.


Ihr habt diesmal den The-Soft-Moon-Produzenten Maurizio Baggio an euer Material gelassen. Wolltet ihr die zusätzliche Härte?
Wir haben die Platte wieder selbst in Köln aufgenommen. Dann haben wir Maurizio dazugenommen, weil wir jemanden haben wollten, der frischen Wind reinbringt. Wir sind irgendwie Kontrollfreaks. Auch die EP haben wir im Prinzip zweimal aufgenommen. Es war für uns eine schwierige Entscheidung, zu sagen: Hey, wir geben das Material jemand anderem, der das für uns abmischt. Wir finden aber, dass der Sound unseren Live-Charakter sehr gut wiedergibt.

Habt ihr nicht irgendwann genug davon, größere Bands zu supporten?
Fette Support-Touren sind cool, aber irgendwie will man auch mal sein eigenes Publikum bespielen. Wir machen deshalb im Februar 2019 unsere eigene kleine Headliner-Tour.

holygram modern cults album coverDas Album Modern Cults ist am 9. November 2018 bei
Oblivion/SPV
erschienen.

Mit Modern Cults treten Holygram bewusst in große Fußstapfen.
Das Album ist eine wundervolle Hommage an den düsteren Sound
der 1980er-Jahre, an Post-Punk, New Wave und Goth Rock, ein
vom ersten bis zum letzten Ton durchdachtes musikalisches Kunstwerk.
Hier geht es nicht etwa darum, den Soundtrack vergangener Tage
nachzuspielen. Das beherrscht jede halbwegs talentierte Coverband.
Den Glanz von einst in die Gegenwart zu übertragen, ihm eine
persönliche Handschrift zu verleihen und daraus etwas Eigenes zu
erschaffen, das gelingt hingegen nur wenigen. Holygram gehören dazu.

-> zur kompletten REZENSION


Verlosung: 3 Exemplare von Modern Cults auf CD werden verlost! Wer gewinnen möchte, sendet bitte bis zum 03.12.2018 eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und versieht diese mit dem Betreff Holygram. Vergesst nicht, Eure Adresse anzugeben. Viel Glück!

www.holygram.bandamazon button
Foto: Yves Christelsohn

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